Weltbienentag

Seit 1990 ist die Zahl der Bienenvölker in Deutschland um 30% geschrumpft - das ist besorgniserregend, denn Bienen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Ökosystems. Wir haben uns den Schutz der Bienen im Rahmen unserer Qualität 2019 auf die Fahne geschrieben. Für die nächsten zwei Jahre haben wir für jeden unserer fünf Standorte jeweils eine Bienenpatenschaft bei Bee-Rent übernommen und freuen uns sehr über unsere 25.000 Patenkinder.
Da wir in der Nähe unserer Büros leider nicht genügend Platz haben, werden die Bienen bei Bee-Rent untergebracht und dort von kompetenten Imkern gehegt und gepflegt. Im Zuge des Weltbienentages haben wir uns mit dem Gründer von Bee-Rent, Dieter Schimanski, unterhalten. Lest am besten selbst:

 

neusta consulting:Was genau ist Bee-Rent?

 

Dieter Schimanski: Wildtiere können eigentlich ohne den Einfluss von Menschen leben, gerade wenn sie in Ruhe gelassen werden. Die Biene ist auch ein Wildtier, kann heutzutage aber nicht mehr ohne die Imker überleben, da der Mensch über die Jahre hinweg der Biene die sogenannte Varroa-Milbe beschert hat. Diese Milbe tötet die Bienen. Wenn der Mensch die Bienenvölker nicht behandeln würde, gäbe es bald keine mehr. Da die Imkerei in Deutschland größtenteils als Hobby ausgeübt wird und es aktuell einen deutlich geringeren Bienenbestand als vor 30 Jahren gibt, möchten wir durch Bee-Rent das Imkern wieder „sexy“ machen. Mit Bee-Rent machen wir Firmen ein Angebot, sich durch Bienen-Leasing an der Erhaltung der Bienen zu beteiligen. Sie müssen nichts mehr tun, als bei uns eine Patenschaft für ein Bienenvolk zu übernehmen. Den Rest machen wir. Ich habe Bee-Rent 2015 eher aus einer Laune heraus gegründet, seitdem sind wir stetig gewachsen. Mittlerweile haben wir einige Unternehmen, die bis zu 40 Bienenvölker mieten. Die Idee hinter dem Unternehmen ist bisher einzigartig – wir können einen großen Zulauf verzeichnen.

 

neusta consulting: Sind sie selbst auch Imker?

 

Dieter Schimanski: Ja, ich bin selbst Imker und bin mit Bienen aufgewachsen. Mein Vater war auch Hobby-Imker und hatte damals an die 30 bis 40 Bienenvölker. Heute hat man in den meisten Fällen nur ein Volk. Nach einer Pause bin ich dann vor rund zehn Jahren wieder „zur Biene gekommen“. Ich habe mich intensiver damit auseinandergesetzt und bin schließlich auf die Idee mit dem Bienen-Leasing gekommen.

 

neusta consulting: Was möchten Sie mit Ihrer Idee erreichen? Was sind Ihre Ziele?

 

Dieter Schimanski: Man muss sich das so vorstellen: Die Biene ist genauso ein Nutztier wie die Kuh oder das Schwein und ist dennoch davon abhängig, dass es genügend Menschen gibt, welche die Imkerei als Hobby ausüben wollen. Wenn jetzt die Nutztierhaltung für Schweine beispielsweise abhängig davon wäre, dass es als Hobby angesagt ist, dann würden wir sehr wahrscheinlich bald ein Problem bekommen. Deswegen habe ich „Imkern 4.0“ entwickelt. Wir wollen es schaffen, den Imkerberuf wiederzubeleben und deutschlandweit die Möglichkeit zu schaffen, dass Imker über uns zum Franchisenehmer werden und so eine berufliche Perspektive bekommen. Gleichzeitig werden sie zum Garanten dafür, dass es auch zukünftig Bienenvölker gibt, während wir Kunden und Unternehmen davon überzeugen, in die Nachhaltigkeit zu investieren.

 

neusta consulting: Wie viele Bienenvölker betreuen Sie bei Bee-Rent?

 

Dieter Schimanski: Also, ich habe als Hobby-Imker damals mit zwei Bienenvölkern angefangen. Heute haben wir mit Bee-Rent allein am Standort Ganderkesee 120 Bienenvölker und über die Franchisenehmer existieren deutschlandweit mehrere 100 Bienenvölker. Wir züchten die Bienen für unsere Kunden, das heißt, ohne unsere Geschäftsidee würde es all diese Bienenvölker nicht geben.

 

neusta consulting: Wahnsinn und was kann man als Privatperson für den Erhalt der Biene tun?

 

Dieter Schimanski: Jeder kann etwas tun, das fängt schon bei Kleinigkeiten an: Es gibt beispielsweise an die 800 Balkonimker. Der Begriff wurde in Berlin geprägt, dort gibt es viele Menschen, die auf ihren Balkonen Bienen halten. Dies ist ganz einfach, wenn man weiß, was zu tun ist. Auch die Nachbarn sollten davon wenig mitbekommen und dürften sich nicht gestört fühlen. Ansonsten kann man auf seinem Balkon Blumen pflanzen, die für die Bienen wertvoll sind. Meistens sind diese Blumen speziell gekennzeichnet. So schafft man eine Vielfalt, die für die Bienen und auch für andere Insekten Nahrung bietet. Sowieso sind Städte mit ihren vielen Parkanlagen, Friedhöfen und bepflanzten Balkonen wie ein Schlaraffenland für Bienen – hier finden sie wesentlich schneller Nahrung als auf dem Land. Dort ist es für sie durch die vielen Flächen und Monokulturen eher wie eine Wüste.

 

neusta consulting: Wie viele Bienenvölker konnten Sie im vergangenen Jahr aufstellen?

 

Dieter Schimanski: Wir haben circa 400 Bienenvölker aufgestellt. Das ist eine super Zahl, denn ein Bienenvolk allein bestäubt pro Tag mehr als 20 Millionen Blüten. Dieser Bestäubungsmotor ist viel wert. Es ist eine Art Biokraftwerk, das mit voller Kraft der Natur hilft und einen volkswirtschaftlichen Nutzen von über zwei Milliarden Euro erwirtschaftet. Das darf man einfach nicht außer Acht lassen. Es ist eine unheimlich faszinierende Welt, die noch gar nicht komplett erforscht ist, aber man weiß schon jetzt, wie wichtig die Biene für die Natur und den Menschen ist.

 

neusta consulting: Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

 

Dieter Schimanski: Grundsätzlich sind wir schon auf einem guten Weg. Wir müssen den Leuten nicht mehr viel erklären und sehen die Fortschritte. Das ist glaube ich bereits der Appell an die Zukunft: weiterhin diesem Weg treu zu bleiben und nicht aufzuhören etwas zu tun. Ich wünsche mir, dass wir alle ein Stückchen dazu beitragen, unserer Umwelt etwas Gutes zu tun. Natürlich immer im Rahmen unserer Möglichkeiten, aber nur so bleibt die Welt bunt und schön und das sollte etwas Erstrebenswertes sein.

Brauchen Sie mehr Infos?

Anfrage aufgeben Kontakt aufnehmen